Über Uns

Das Gründungsjahr des CVJM Langenberg ist das Jahr 1847, wie aus einer Aufzeichnung aus dem Jahre 1848 hervorgeht, in dem man das 2. Jahresfest feierte. Der Gründer des Vereins ist Herr Louis Sigel, von dem wir leider nichts Näheres wissen. Da aber das Gründungshaus im „Kopes“ im Kreiersiepen (heute: Bäckerei Monhaus) war, das seiner Zeit der Evangelischen Gemeinde als „Armen- und Krankenhaus“ diente, liegt die Vermutung nahe, dass Herr Sigel dort als Diakon tätig war.

Schon beim 2. Jahresfest (1848) hatte der Verein 82 Mitglieder. Der damalige Präses war Herr Mallingrodth. Zu den Mitgliedern gehörten zu dieser Zeit schon Glieder der Katholischen Gemeinde und ein Jude; es waren auch nicht nur Langenberger, die zu den Vereinsstunden kamen. Vor allen Dingen kamen junge Leute, die als Lehrlinge oder Gehilfen bei den Langenberger Handwerkerfamilien wohnten. Sehr schnell wurde mit einer Bildungsarbeit begonnen, denn es stellte sich heraus, dass ein Teil der Mitglieder kaum oder überhaupt nicht über die Grundlagen zum Lesen und Schreiben verfügte. Ebenso wurden Gesangstunden eingeführt und mit solcher „Männerchorarbeit“ Geselligkeit gepflegt.

Wenn man bedenkt, unter welchen primitiven Umständen damals die Zusammenkünfte stattfanden, so ist es doch erstaunlich, was alles schon getan wurde. Es heißt in einer alten Aufzeichnung: “ Der Verbrauch von Kerzen für die Beleuchtung der Räume betrug 12-15 Pfund Kerzen im Jahr.“

Im Jahr 1859 zog der Verein ins Alte Vereinshaus – ebenfalls im Kreiersiepen – um.

Etwa im Jahre 1850 trat der Langenberger „Evangelische Männer- und Jünglingsverein“ dem „Central Verein Elberfeld“ – dem Vorläufer des heutigen „Westbundes“ – als 10. Verein bei. Der Wochenbeitrag betrug 1 Pfennig.

Bereits im Jahre 1865 befasste man sich mit dem Gedanken, einen Posaunenchor ins Leben zu rufen. Noch aber musste Abstand davon genommen werden, wahrscheinlich aus finanziellen Gründen, denn die Anschaffung von Instrumenten ging über die Finanzkraft des Vereins hinaus.

Durch die politischen Verhältnisse der damaligen Zeit bedingt ging es im Vereinsleben um die Jahrhundertwende auf und ab. Allerdings konnten in jeder Versammlung neue Mitglieder aufgenommen werden, vor allem junge Leute, die jedoch nach einigen Jahren ihren Militärdienst ableisten mussten und so größtenteils dem Verein als Mitglieder wieder verloren gingen. So kam es, dass die Mehrzahl der Mitglieder ältere Leute waren. Der Gefahr der Überalterung des Vereins wurde dadurch entgegengewirkt, dass man im Jahre 1881 eine Turnabteilung gründete, die zahlreichen Zuspruch unter jungen Leuten fand. Und schließlich wurde im Jahre 1908 der langgehegte Wunsch Wirklichkeit: der Posaunenchor wurde gegründet.

Wie aus dem noch vorhandenen Protokoll hervorgeht, war bis zum Ausbruch des ersten Weltkrieges, eine sehr rege Tätigkeit auf allen Gebieten des Vereinslebens zu verzeichnen. Nach 1918 fand man schnell wieder zueinander.

Im Jahr 1922 konnte man trotz der schweren politischen und wirtschaftlichen Verhältnisse das 75jährige Bestehen des Vereins im großen Umfang begehen. Ein Jahr später (1923) hat der Verein einen Mitgliederbestand von 128 Mitgliedern.

Der Jahresabschluss des Kasse 1923 lautete: 12 Billionen, 624 Milliarden, 482 Millionen, 630 Tausend, 360 Mark.

Zu dieser Zeit wurde die Jugend im Verein besonders aktiv. Man gründete im Jahre 1924 eine Wandergruppe, die viele Wanderungen in die engere und weitere Umgebung unternahm. Etwas später, in den Jahren 1925 und 1926, wurde dann auch die Jungschar-Arbeit an den 11- bis 14 jährigen begonnen, wobei der Langenberger CVJM wohl der erste im damaligen Kreisverband war, der diese Aufgabe sehr aktiv in Angriff nahm.

Unter dem Eindruck der damals aktiven Jugendarbeit – sei es in der Wandergruppe oder in der Turnabteilung – wurde der Wusch laut, einen eigenen Sport- und Spielplatz zur Verfügung zu haben. Nach einigen Verhandlungen mit dem Eigentümer konnte man mit dem Ausbau der heutigen „Eichenkreuzhöhe“ beginnen.

Im übrigen war in den Jahren 1925 bis 1933 eine sehr rege Tätigkeit zu verzeichnen. Hauptversammlungen waren mit bis zu 80 Mann besucht. Die wöchentlichen Bibelbesprechstunden – eine der Kernarbeiten des Vereins – hatten eine beachtliche, ständige Besucherzahl. Der Posaunenchor erfreute sich größter Aktivität. Unsere Turnabende in der damaligen Bürgerhausturnhalle, die der Leibeserziehung dienten, waren immer gut besucht. Bei gutem Wetter fand man sich am Samstag- und Sonntagnachmittag zu Sport und Spiel auf der Eichenkreuzhöhe ein.

Dann aber kam eine schwere Zeit für unsere Vereinsarbeit. Im Jahre 1934 wurde uns im Zuge der „Gleichschaltung“ die Jugendarbeit entzogen. Die Turnhalle stand uns nicht mehr zur Verfügung, und viele ältere Mitglieder blieben unter dem Druck der politischen Verhältnisse unsere Zusammenkünften fern.

Im August 1935 wurde eine Hauptversammlung einberufen, in der über eine evtl. Auflösung des Vereins beschlossen werden sollte. Die Mehrheit entschloss sich jedoch dafür, von diesem Schritt abzusehen. So blieb der Verein, wenn auch sehr klein und schwach geworden, bestehen. In kleinen Gruppen kam man auch weiterhin zusammen, besonders bliebe die wöchentliche Bibelstunde bestehen. Es wurde jedoch beschlossen, eine Arbeitsgemeinschaft mit dem „Ev. Arbeiterverein“ anzustreben, die auch zustande kam. Am 4. Februar 1939 war dann die letzte Jahreshauptversammlung vor Ausbruch des Krieges.

Mit dem Ende des Krieges fing dann mit dem Jahre 1945 eine neue Zeit auch für den Verein an. Anfang des Jahres 1946 nahm man die Jugendarbeit wieder auf. Vor allem die Jungschararbeit an den 12- bis 14jährigen, aber auch die schulentlassene Jugend bis etwa zum 18. Lebensjahr, wurde zunächst wieder erfasst und in verschiedenen Gruppen organisiert.

Im Herbst 1946 fanden sich die ersten Vereinsfreunde wieder zu regelmäßigen Bibelstunden zusammen. Aus diesem Kreis der „Veteranen“ wurde dann daran erinnert, dass man im Jahre 1947 das 100jährige Vereinsjubiläum feiern könne. Sofort machte man sich an die Vorbereitungen. Zu den Mitgliedern, die zum alten Stamm gehörten, gesellte sich eine ganze Anzahl neuer Freunde hinzu. Als man beschloss, das Vereinsjubiläum im Herbst 1947 zu feiern, war die Freude besonders groß, weil bei den Vorbesprechungen ganz unerwartet die Nachricht kam, den musikalischen Teil werde der Posaunenchor bestreiten, der sich inzwischen auch wieder zu seinen Übungsstunden zusammengefunden hatte.

Am 18. und 19. Oktober 1947 feierte der Verein sein Jubiläum. In die große Freude darüber, dass man so kurz nach dem Kriege schon wieder in allen Gruppen zusammensein durfte, mischte sich die Trauer über die im Krieg umgekommenen Brüder. Viele von uns konnten damals noch nicht mitfeiern, weil sie in fremden Ländern in Gefangenschaft waren. Groß war auch die Unruhe über die Tatsache, dass am Tage vor unserer Feier die große Demontageliste für unsere heimische Industrie veröffentlicht wurde.

Aber die Vereinsarbeit ging gut voran. Im Jahre 1948 änderte der Verein seinen Namen: „Christlicher Verein junger Männer (CVJM) „mit dem Zusatz: „Ev. Männer- und Jünglingsverein 1847“. Auf diesen Zusatz wollten die alten Vereinsmitglieder nicht verzichten. Im Dez. 1950 hielt der damalige Bundeswart des Westdeutschen Jungmännerbundes Pfarrer Johannes Busch eine Evangelisation in Langenberg, die vom CVJM mitgetragen wurde und zu einem großen Erfolg wurde. Auch sah sich der Langenberger CVJM in der Lage, einige Delegierte zur 100- Jahrfeier des weltweiten CVJM (1955) nach Paris zu entsenden, bei der die heute für alle dem CVJM angeschlossenen Vereine verbindliche Pariser Basis beschlossen wurde:

„Die Christlichen Vereine junger Männer haben den Zeck, solche jungen Männer miteinander zu verbinden, die Jesus\r\nChristus nach der Heiligen Schrift als Ihren Gott und Heiland\r\nanerkennen, in Ihrem Glauben und Leben seine Jünger sein\r\nund gemeinsam danach trachten wollen, das Reich ihres\r\nMeisters unter jungen Männern auszubreiten.“

Leider musste aber in den folgenden Jahren festgestellt werden, dass die Zusammenkünfte der älteren Mitglieder immer schwächer besucht wurden. Posaunenchor und Jugend dagegen sind nach wie vor rege bei der Sache. Zum größten Teil wurde und wird die Arbeit ehrenamtlich getan. Eine Ausnahme bildete die Zeit, in der die Ev. Gemeinde einen Jugendsekretär eingestellt hat. Im Jahre 1969 wurde schließlich auch in Langenberg, wie schon in vielen Vereinen zuvor, die Mädchenarbeit in den CVJM miteingegliedert und hat sich inzwischen ganz erfreulich entwickelt.

Pfarrer Hof und der CVJM Langenberg